Was hat er gesagt? 10 nicht so bekannte Fakten über Sprachstörungen

Sprachstörungen kommen bei vielen Menschen vor, doch wenn man auf diese trifft stellt sich oftmals unweigerlich die Frage:”Kann er nicht anders, oder will er einfach nicht?”

Dabei ist Vielen nicht bewusst, dass es einige Ursachen geben kann. Zunächst einmal unterscheidet man in verschiedene Kategorien. Nicht jeder Störung liegt eben die gleiche Ursache zu Grunde.

  1. Störung der Aussprache Dabei werden Laute ganz einfach falsch oder erst gar nicht gebildet. Betroffene leiden daraufhin an gebildeten Sätzen die schlichtweg niemand versteht. Selbst ein einfacher Satz wie “Die Eisenbahn steht” wird daraufhin zu “Da Eibahn teht”. Wie dann komplizierte Sätze wohl ausfallen, mag man sich gar nicht erst vorstellen wollen.
  2. Sozialkulturelle Ursachen Schnell denkt man bei Sprachstörungen an nahe gelegene Ursachen wie beispielsweise die organische Fehlentwicklung von Zunge, Nase oder Zähne, doch auch kulturelle Schwierigkeiten können die Ursache sein. So sind die Sprachmechanismen in anderen Ländern komplett unterschiedlich zu unseren. Im spanischen wird das “R” stark gerollt, in asiatischen Länder gänzlich weg gelassen. Wird bei Kindern versäumt ihnen diese Unterschiede bei dem Erlernen einer anderen Sprache mit auf den Weg zu geben, wird es im Alter schwer, diese Sprachfehler auszugleichen.
  3. Erbliche Ursachen Doch nicht nur soziokulturelle Ursachen können eine Ursache sein, über die man bislang nicht nachgedacht hat, auch erblich bedingte gehören zu dieser Kategorie. Dabei ist eine Ursachenbekämpfung gänzlich unmöglich, doch kann versucht werden, über jahrelanges Training, die Schulung der eigenen Sprache so lange voranzutreiben, bis eine Besserung auf angelernter Basis erfolgt.
  4. Du kannst ja nicht sprechen Viele Betroffene leiden, aufgrund Ihrer Defizite, unter der Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Soweit das Bekannte. Recht unbekannt ist hingegen die Tatsache, dass diese Ausgrenzung eine Verschlechterung zur Folge hat. Grund hierfür ist die Gegebenheit, dass eine Sprachstörung, wenn überhaupt, nur mit viel Arbeit in den Griff zu bekommen ist. Dazu gehört nun einmal neben den ärztlichen Terminen der stete Austausch mit anderen Menschen. Fehlt dieser Austausch, setzt das der Psyche eines Menschen enorm zu. Für eine Sprachstörung ist dies ein gefundenes Fressen. Ohnehin schon oftmals an mangelndem Selbstwertgefühl leidet, wird der Betroffene nun noch ausgegrenzt, spricht weniger und verschlimmert daraufhin seine Probleme.
  5. Sprachstörung dank Hörschädigung Das unser Sprachzentrum eng mit dem des Hörens verknüpft ist, ist vielleicht auch für einige neu. Doch Fakt ist, dass in harten Fällen der Taubheit auch immer die Fähigkeit des Sprechens beeinträchtigt ist. Dabei hilft es auch nicht lauter zu sprechen. Die eigenen Worte müssen von unserem Gehirn aufgenommen und abgeglichen werden, um sie korrekt aussprechen zu können. Ist dieser Abgleich verwehrt, werden Wörter seltsam gebildet.
  6. Redeflussstörungen Sprachstörungen sind alle gleich? Falsch! Geht es bei der Störung der Aussprache um das Vertauschen von Lauten, hat die Redeflussstörung ganz andere Erscheinungen. So fallen darunter Auffälligkeiten wie das aller Orts bekannte Stottern, ebenso wie das Poltern. Kenne wir alle das Stottern, wird es bei dem Begriff “Poltern” schon schwieriger. Dabei ist es im Grunde die Umkehrung des Stotterns. Es wird ein zu schnelles Tempo beim Sprechen angeschlagen was unweigerlich zur Folge hat, dass Wörter ausgelassen oder verschluckt werden. Der Zuhörer wird quasi überrannt und kann daraufhin das Gehörte nicht richtig verarbeiten.
  7. Jedes dritte Kind hat eine Sprachstörung Die Zahl scheint fast unglaublich doch es stimmt. Bezogen auf Kinder im Vorschulalter, kann jedes dritte Kind, seinem Alter angemessen, nicht richtig sprechen. Bei vielen tritt mit dem Einstieg in die Grundschule, dank Deutschunterricht und täglicher, verbalen Kommunikation mit einem Erwachsenen, eine Verbesserung in Kraft doch sollte es gar nicht erst so lange dauern. Grund hierfür ist der schwindende Austausch vieler Eltern mit ihren Sprösslingen. Die Verantwortung wird zu früh abgegeben, das Vorlesen der Kinderbücher durch TV Shows ersetzt und zu lange eine kindliche Sprache gewählt. Möchte man dem vorbeugen, sollte man sich wieder mehr auf alte Tugenden, wie den Büchern, verlassen und mit Kindern früh eine Konversation üben.
  8. Schlaganfall Das Sprechen fällt insbesondere nach einem schweren Schlaganfall nicht leicht. Oftmals muss das Sprechen sogar zur Gänze neu erlernt werden. Dies ist nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern auch für sein Umfeld eine echte Aufgabe, denn nur wenn der Betroffene täglichen Übungen ausgesetzt wird, erfolgt eine Heilung. Schuld daran ist das bei einem Schlaganfall betroffene Zentrum des Gehirns. Dieses liegt Zentral verteilt und bietet somit genügend Angriffsfläche. Doch es kann auch passieren, dass man auf einmal eine andere Sprache spricht. Es klingt etwas absurd und dennoch gibt es eine Reihe dokumentierter Fälle die zeigen, dass Schlaganfallpatienten nach ihrem Anfall mit einem Mal eine andere Sprache sprechen. Es muss allerdings so sein, dass die Sprache zuvor schon einmal gelernt wurde. Diese kann dann, unabhängig von den Jahren des Nichtsprechens, mit einem Mal als Sprache eingesetzt werden. Sie überschreibt dann die Muttersprache, welche sich nur durch Übung wieder einsetzen lässt.
  9. Logopädie Ja, man kann Sprachstörungen studieren. Für die meisten Nicht-Betroffene ist das Thema weit weg und meist kennt man auch niemanden im direkten Umfeld der echte Sprachstörungen aufweist. Dies liegt insbesondere daran, dass diese Menschen oftmals isolierter Leben als andere. Dennoch ist das Feld enorm und die Forschung ist sehr daran interessiert Menschen dafür zu sensibilisieren, was es mit diesen Störungen auf sich hat. Anders als bei vielen Leiden gibt es bei Sprachstörungen die Heilung nicht abgepackt in der Apotheke, sie gleicht vielmehr einer langen Rhea. Patienten müssen sich oft in speziellen Praxen einfinden und mit Logopäden Übungen durchgehen. Diese werden stets aufgezeichnet um eine Lernkurve nachvollziehen zu können.

10. Hirnstimulation Neuste Studien beweisen, dass die Stimulation des Hirns die Erfolge bei der Behandlung von Sprachproblemen verbessert. Probanden wird bei den Übungen dann ein Gerät auf den Kopf geschnallt, welches durch schwache Impulse die Hirnaktivität anregt. Durch diese Stimulation, so erhoffen sich die Forscher, wird das Gelernte dann schneller abgespeichert und geht ins Langzeitgedächtnis über. Insbesondere nach einem Schlaganfall zeigten sich positive Reaktionen auf die Stimulation. Grund hierfür ist, dass die Sprache einmal richtig gelernt wurde und das Gehirn sie sozusagen nur vergessen hat. Wie sich eine solche Stimulation auch bei Patienten auswirken kann die von Null starten und bei denen die Sprache zunächst einmal korrekt gelernt werden muss, bleibt abzuwarten.

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