Dyslexie – Das Problem mit den Buchstaben

Dyslexie gehört in die Kategorie Sprachprobleme. Hierbei dreht es sich insbesondere um die Auffassungsgabe, bezogen auf visuell oder akustisch aufgenommene Informationen. Gerade auffällig zeigt sich diese Schwäche in den frühen Tagen der Kindheit. So werden beispielsweise Laute falsch interpretiert und dementsprechend falsch wiedergegeben. Ein Patient mit Dyslexie sieht beispielsweise keinen Unterschied in einem Wort wie Männer oder dem Wort Zehen. Für ihn-sie ist die Aussprache identisch.

Diese Phänomen kommt nicht nur beim Sprechen zu tragen, sondern insbesondere beim Hören und Lesen. Wörter werden schlussendlich falsch wahrgenommen und schaffen so erst gar nicht den Transfer zu einer richtigen Aussprachen.

Zudem leiden Patienten häufig an einer langsamen Auffassungsgabe. Selbst mit antrainierter Berichtigung der Laute, bleibt die Prozessgeschwindigkeit gering. Das Wort muss zunächst mühsam im Kopf umgeschrieben werden, um anschließend korrekt verarbeitet werden zu können. In der selben Zeit haben Menschen ohne Dyslexie das gleiche Wort schon aufgenommen und verarbeitet.

Darauf aufbauend ist auch die Fähigkeit betroffen, Zahlen, Farben oder Objekte schnell zu erfassen. Die Informationen stecken wiederum erst in einer Schleife fest, bevor sie die Daten freilassen. Ein besonders gutes Beispiel ist dabei das Erinnern einer Telefonnummer. So wird ein Kind, welches gerade die Zahlen lernt, weit größere Schwierigkeiten haben sich an eine gerade aufgenommene Zahl zu erinnern, als ein Kind im gleichen Alter ohne Lernschwäche. Selbst kleine Nummern wie die Seitenzahl eines Buchs beispielsweise, können so zu großen Herausforderungen werden.

Woher genau diese Schwäche kommt ist bisweilen ungeklärt. Es ist jedoch nachgewiesen, dass Dyslexie oftmals durch eine gesamte Generation marschiert. So wurde es in Studien schon bis zur sechsten Generation aufgespürt. Aufgrund der Tatsache, dass Dyslexie sich in unterschiedlichen Facetten zeigen kann und das diesen, auch noch etliche andere Ursachen zu Grunde liegen können, ist Dyslexie schwer zu diagnostizieren. Allerdings gelingt es bei Kindern, die gerade das Lesen, Schreiben und Sprechen erlernen meist am besten. Grund hierfür ist die Tatsache, dass bei einem gesunden Kind solche Schwächen meist schneller als echte Defizite erkannt werden. Erwachse tun sich da schon schwerer und oftmals kommt noch der Umstand hinzu, dass man über solche Schwächen lieber nicht spricht.

Doch gibt es eine Art der Heilung? Wie bei vielen Sprachproblemen kommt eine Heilung von viel Training. Insbesondere im Kindesalter stehen die Chancen meist gut, dass eine Verbesserung erreicht wird. Hierzu helfen vielerorts speziellen Praxen oder Programme in sozialen Einrichtungen. Hier werden einfache Wörter immer wieder geprobt, bis die Aussprache sich im Unterbewusstsein festsetzt. Diese erlernte Eigenschaft des Wortes kann dann im Bedarfsfall schnell angewandt werden.

Besonders wichtig zu erwähnen ist auch der Umstand, dass Dyslexie selbst nichts mit der Intelligenz eines Menschen zu tun hat. Es ist einzig und allein die Fähigkeit, Worte korrekt zu deuten und wiederzugeben. Der eigentliche Denkprozess ist nur dann gestört, wenn die aufgenommen Worte überhaupt keinen, oder nur teilweise einen Sinn ergeben.

Eine gute Möglichkeit kann sein, selbst gesprochene Wörter aufzunehmen, diese wiederzugeben und zu analysieren. Durch das zeitgleiche Aufnehmen der richtigen Aussprache kann so erreicht werden, dass langsam ein Bewusstsein für diese einsetzt.

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